Wann kommt der digitale Euro

Zusammenfassung

Was kannst Du hier lesen?

  • Update zum Artikel : Der digitale Euro
  • Wann ist diese für Dich nutzbar
  • Was bringt es Dir überhaupt und was bringt es der EU?

Was ist der digitale Euro (Kurzform)?

Der digitale Euro ist geplant, eine elektronische Variante des Bargelds zu werden und somit als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel zu fungieren. Künftig wird es möglich sein, innerhalb der Eurozone digital zu bezahlen, sei es beim Online-Shopping, in lokalen Geschäften oder beim Überweisen von Geld zwischen Freunden.

Es ist wichtig zu betonen, dass der digitale Euro nicht beabsichtigt, Bargeld zu ersetzen, sondern vielmehr als eine Erweiterung fungiert. Bereits existierende digitale Zahlungssysteme bleiben parallel bestehen, wie es aus den bisherigen Konzeptpapieren der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Die Planungen sehen vor, dass der digitale Euro auch in Bargeld umgetauscht werden kann.

Die Zahlungsabwicklung erfolgt in Echtzeit, unabhängig von Standort oder genauer Zahlungsmethode. Die technische Umsetzung wird derzeit noch weiterentwickelt. Eine mögliche Lösung könnte beispielsweise eine App für die gesamte Eurozone sein, aber auch die Nutzung von Bank-Apps oder Wallets wie Google oder Apple Pay ist denkbar. Eine dauerhafte Online-Verbindung ist nicht zwingend erforderlich, und auch wiederkehrende Zahlungen sollen unterstützt werden.Für Personen, die den digitalen Euro ohne die Verwendung von Mobiltelefonen oder anderen Geräten nutzen möchten, plant die EZB die Einführung einer „physischen Karte“. Diese wäre vergleichbar mit einer aufladbaren Kreditkarte oder einer Guthabenkarte für den öffentlichen Verkehr.

Was soll Dir der digitale Euro bringen?

Zukünftig sollst Du als Bewohner der Eurozone den digitalen Euro nutzen können – und das ohne Kosten. Diese Möglichkeit steht sowohl temporären als auch dauerhaften Einwohnern zur Verfügung. Selbst außerhalb der Eurozone kannst Du auf die neue digitale Währung zugreifen, indem entsprechende Dienstleister genutzt werden.

Die gesetzlichen Vorschriften zur Akzeptanz des digitalen Euros als gesetzliches Zahlungsmittel werden durch entsprechende Gesetze geregelt. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwieweit diese Vorschriften reichen werden. Möglicherweise könnten ähnliche Akzeptanzhürden entstehen wie bei der Verwendung von Kreditkarten oder Girocards, wodurch die Nutzung des digitalen Euros in kleineren Geschäften oder unterhalb einer bestimmten Einkaufssumme eingeschränkt sein könnte. Es ist auch denkbar, dass Privatpersonen möglicherweise nicht verpflichtet sind, digitale Euros zu akzeptieren.

Die Wahrung Deiner Privatsphäre ist ein zentrales Anliegen, insbesondere wenn Du ohne Internetverbindung zahlst. Gemäß den Plänen werden persönliche Informationen nicht an die Europäische Zentralbank weitergegeben oder gespeichert. Dennoch müssen Banken in der Lage sein, Online-Zahlungen zu verfolgen, um auf Betrugsfälle, Geldwäsche oder mögliche Fälle von Terrorfinanzierung zu reagieren.

Für Dich bedeutet dies, dass Du eine neue Zahlungsmöglichkeit erhältst. Beispielsweise musst Du für das Senden von Geld an Freunde nicht mehr auf Drittanbieter wie Paypal zurückgreifen, und für das Online-Shopping ist keine Karte von Visa oder Mastercard erforderlich. Die Bezahlung erfolgt in jedem Fall sofort.

Du kannst die Währung auch ohne ein Girokonto nutzen. Eine mögliche Lösung könnte eine auf den digitalen Euro ausgerichtete Karte sein, um sicherzustellen, dass auch Wohnungslose oder Asylsuchende die Währung verwenden können.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass mit dem digitalen Euro keine Möglichkeit besteht, zu sparen und Rendite zu erzielen. Das Guthaben wird nicht verzinst, ähnlich wie Bargeld in Deinem Portemonnaie oder im Sparschwein.

Was bringt der digitale Euro Europa?

Der digitale Euro strebt in der Europäischen Union (EU) nach größerer Unabhängigkeit von anderen Zahlungsdienstleistern wie Visa, Mastercard und Paypal. Politisch könnte dies die Stärke der EU fördern, insbesondere wenn die USA Sanktionen gegen ein Land oder Unternehmen verhängen, die Europa nicht mittragen möchte. Ein weiteres Szenario wäre, wenn US-Anbieter aufgrund von gesetzlichen oder internen Vorgaben Zahlungen einschränken.

Ein Beispiel für solche Einschränkungen war die Blockierung von Spenden an die Enthüllungsplattform Wikileaks durch Mastercard, Visa und Paypal im Jahr 2010. Ebenso könnte es Schwierigkeiten geben, kubanische Zigarren nach Deutschland mit Paypal zu bezahlen, aufgrund der US-amerikanischen Wirtschaftssanktionen gegen Kuba.

In extremen Fällen könnte die Unabhängigkeit des digitalen Euro die Eurozone schützen, wenn die USA den Europäern den Zugang zu ihren Anbietern verweigern.

Neben der politischen Unabhängigkeit könnten sich durch die Einführung des Digitalenuros auch positive Auswirkungen ergeben, wie verstärkter Wettbewerb zwischen den Zahlungsdienstleistern, was zu niedrigeren Preisen für Händler und neuen technologischen Entwicklungen führen könnte. Dies erfordert jedoch eine erfolgreiche Etablierung des digitalen Euro bei den Händlern. Eine mögliche Maßnahme wäre die Begrenzung der Nutzungsgebühren, die Banken den Händlern berechnen können.

Gleichzeitig soll der digitale Euro bestehende Hürden zwischen den Ländern der Eurozone überwinden. Derzeit gibt es innerhalb Europas unterschiedliche digitale Zahlungsmöglichkeiten, die in verschiedenen Ländern unterschiedlich akzeptiert werden. Mit dem digitalen Euro könnte eine einheitliche Bezahlmöglichkeit für die gesamte Eurozone geschaffen werden.

Es ist zu beachten, dass die Eurozone nicht der einzige Währungsraum ist, der an der Digitalisierung seiner Währung arbeitet. China arbeitet beispielsweise an der Digitalisierung des Yuan, während Schweden, ein EU-Staat mit einer anderen Währung als dem Euro, die Einführung der digitalen E-Krona plant. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission sehen den digitalen Euro als wichtig an, um sich im globalen Markt zu positionieren.Zusätzlich zu digitalen Währungen könnten auch verschiedene Stablecoins eine Konkurrenz für den Euro darstellen. Dabei handelt es sich um privatwirtschaftlich organisierte Varianten herkömmlicher Währungen. Im Gegensatz zu Stablecoins wie Tether, deren Wert an den US-Dollar gebunden ist, soll das Geld der Zentralbanken öffentlich kontrolliert und ausfallsicher sein, was als Central Bank Digital Currency (CBDC) oder Digitales Zentralbankgeld bezeichnet wird.

Wann kommt der digitale Euro?

Seit November 2023 befindet sich die Europäische Union in einer Vorbereitungsphase für die Einführung des digitalen Euro. Der erste Abschnitt dieser Phase erstreckt sich über zwei Jahre. Nach dessen Abschluss wird basierend auf dem Stand der Gesetzgebung sowie Ergebnissen von Tests und Befragungen der Marktteilnehmer, darunter Banken, Zahlungsdienstleister, Händler, Verbraucherorganisationen und einzelne Verbraucherinnen und Verbraucher, über die Ausgestaltung des zweiten Abschnitts der Vorbereitung entschieden.

In diesen Phasen stehen noch mehrere Fragen zur Klärung an, wie zum Beispiel:

  1. Welches Haltelimit wird für den digitalen Euro festgelegt?
  2. Welcher Betrag darf maximal pro Transaktion über den digitalen Euro ausgegeben werden?
  3. Gibt es Unterschiede bei den Limits zwischen Zahlungen mit und ohne Internetverbindung?
  4. Inwieweit wird der digitale Euro anonym sein?
  5. Wie genau funktionieren das Konto und die Karte für den digitalen Euro?
  6. Welche Technologie liegt dem digitalen Euro zugrunde?

Aufgrund dieser offenen Fragen wird die tatsächliche Einführung des digitalen Euro voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es ist realistisch anzunehmen, dass die Nutzung des digitalen Euro erst ab 2027 oder 2028 möglich sein wird.

Quellenangabe:

https://www.finanztip.de/bank/digitaler-euro/

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