Was ist virtuelles Geld, wie z.B. Bitcoins

Vorwort

In meinem anderen Blog, habe ich die Frage gestellt, ob denn Bargeld in den heutigen Tagen wirklich noch wichtig ist. Am Ende des Blogs habe ich geschrieben, dass ich in einem weiteren Blog mal möglich Alternative aufzeigen werde. Das möchte ich nun hiermit tun. 

Ich versuche mal einen Rundumschlag, auch für nicht-technik-affine-Leute um das Thema virtuelle Währungen zu machen. Das nachfolgende Thema ist äußerst komplex und ich versuche mal die Grundlagen den Interessiert Personen näher zu bringen. Ihr dürft mir gerne Eure Fragen schicken und ich versuche diese zu beantworten. Gerne auch Verbesserungsvorschläge. Nutzt dafür einfach die Kommentarfunktion der Seite.

Popularität von virtuellem Geld

Angefangen hat das Erscheinen oder auch handeln mit virtuellen Währungen im Jahr 2009. Der Bitcoin war der erste virtuelle Coin. Erfunden hat das Sartoshi Nakamoto. Man weiß bis heute nicht, wer das ist, ob es sich um eine reale Person handelt, oder wer hinter diesem Namen steht. Bis heute versuchen die Anhänger der Technologie herauszufinden, wer sich hinter dem Namen verbirgt. Aber warum ist das eigentlich so wichtig? Nun hinter dem Namen steht auch eine Wallet Adresse (dazu später mehr), auf der sich Unmengen an Bitcoins befinden. Man überwacht also das Wallet bis einer drauf zugreift, um so Hinweise auf den möglichen Besitzer zu erhalten. Zumindest auf die grundsätzliche Existenz. Einige denken jedoch auch, dass der Erfinder seinen eigenen Privat-Key zum Wallet verloren hat, oder vielleicht ist er auch schon verstorben und hat diesen niemandem ausgehändigt.

Viele Jahre schenkten nur die sog. IT-Nerds der Entwicklung der neuen Zahlungsmethoden Beachtung. Im Jahr 2018 bahnte es sich zuerst langsam an, bis Ende 2018 sämtliche Kurse der virtuellen Währungen (die sog. Crypto-Coins) in Ihrem Wert explodierten. Bis dahin kannten nur wenige, diese Art von virtueller Währung. Die Kurs-Explosion hat aber das Gold-Fieber bei vielen geweckt und jeder der Interessierten, wollten auf diesen Zug aufspringen. Schlussendlich sind aus diesem Vorgang dann auch sehr viele Millionäre und sogar Milliardäre hervorgegangen. 

Hatten sie in der Vergangenheit diese Währungen nur geschürft oder auf den einschlägigen Portalen gekauft und gesammelt, um das Netz, oder die Technologie zu unterstützen, oder schlichtweg nur aus Spaß, stand plötzlich ein Bitcoin der jahrelang nur 2-3 € Wert war, auf knapp 15.000€… Man kann sich vorstellen, wenn jemand gerade in der Anfangszeit die BTC’s mit-geschürft hatte und auf seinem Wallet (Begriff für das virtuelle Konto) ein paar tausend von den Dingern hatte, dass er nun sich um Geld wirklich keine Sorgen machen musste.

Was ist virtuelles Geld

Nochmal ein kleines Stück zurück: Was sind denn eigentlich Crypto-Coins und welchen Wert hat denn ein Crypto-Coin. Nun da muss man sich etwas mehr mit dem Thema beschäftigen und erst einmal die Frage stellen – wozu braucht man das überhaupt? Vereinfacht gesagt, ist es virtuelles Geld! Wer aber hat denn Interesse an einem virtuellen Geld – schließlich ist es etwas, was ich nicht anfassen kann – es ist technisch gesehen ein kryptografisch errechneter Hash, der an eine sogenannte Blockchain gehängt wird… Whaaat?? Denken jetzt bestimmt einige…

Bei dem Hash handelt es sich um einen Wert, der sich mittels komplexer mathematischer Verfahren aus einem digitalen Inhalt ergibt, in diesem Fall den Informationen eines Blocks. Der Hashwert ist stets identisch, wenn sich der Inhalt nicht ändert und aus dem Inhalt kann man stets wieder denselben Hashwert errechnen. Jedoch kann man andersherum nicht den Inhalt aus dem Hashwert ableiten. 

Ein vereinfachtes Beispiel liefert hier die Quersumme. Wenn der Inhalt eines Blocks aus den Zahlen 1,3,4 besteht, lautet die Quersumme, quasi der Hash, 8. Aus dem Inhalt lässt sich immer wieder einfach der Hash ableiten. Andersherum geht dies aber nicht, da die Quersumme 8 auch aus anderen Zahlenkombinationen wie 2,2,4 oder 1,1,6 bestehen kann. In der Realität sind die Funktionen zur Berechnung des Hashwerts deutlich komplexer, sodass eine Änderung des Inhalts sofort auffällt. Bitcoin nutzt zum Beispiel das Verfahren SHA-256. Wichtig ist hierbei die Tatsache, dass durch die angewendete Hashfunktion eine sogenannte Kollisionsresistenz vorherrscht, die es unmöglich macht, dass unterschiedliche Inhalte denselben Hashwert kreieren. Jeder Block besitzt durch den Hash eine Art digitalen Fingerabdruck, der ihn eindeutig identifiziert und darüber hinaus unveränderlich mit den Nachbarblöcken verkettet. Würde man die Information aus einem alten Block ändern, würden alle Folgeblöcke dies „bemerken“, da sich bei jedem der jeweilige Hash ändert.

Der wohl bekannteste virtuelle Coin ist der Bitcoin (BTC), aber es gibt noch eine unzählige Menge an weitere Coins, wie Monero (XMR)Ripple (XRP)Ether (ETH) um nur wenige der bekanntesten zu nennen.

Wozu brauche ich das denn? Nur soviel: Es ist ein virtuelles Trading Objekt (aktuell), ähnlich einer Aktie, denn es gibt leider noch nicht allzu viele Möglichkeiten das virtuelle Geld zu benutzen – also es gibt wenige Läden, wo ich für meine Crypto-Währung auch etwas bekommen kann.

Wie verwende ich virtuelles Geld

Das läuft momentan eher so – ich möchte mir ein Auto kaufen und frage den Verkäufer, ob er auch Bitcoins (oder irgendwelche anderen Coins) akzeptiert. – Tut er das, einigt man sich über die Menge. Steht der Kurs also bei 1000 €, zahlt der Käufer 20 Bitcoins.

In der Realität bedeutet das, der Käufer benötigt die Wallet-Adresse des Verkäufers (die sieht ungefähr so aus: 332Ho1xQMGTSgYDvAQebk28VwxCnNoU2jtyD) (*) startet eine Transaktion (Überweisung) an die jeweilige Adresse und der vereinbarten Menge…. Innerhalb von wenigen Minuten werden die Coins auf seinem Wallte gutgeschrieben. 

Gespeichert werden die Transaktionen in der dazugehörigen Blockchain. Jede Transaktion einer Blockchain, wird überprüft und bestätigt bevor sie der Chain angehängt wird. Die Änderungen sind irreversibel! D.h. sie kann niemals wieder gelöscht werden. Für alle diese Vorgänge sind keine Banken notwendig.

Möchte nun der Verkäufer aber lieber FIAT Geld haben, kann er die bekommenen Bitcoins auf entsprechenden Handels-Portalen, wie z.B. www.bitcoin.de wieder verkaufen – eventuell auch zu einem höheren Kurs. So hat er für sein verkauftes Auto ggfs. auch mehr Geld bekommen. Wenn er Pech hat und der Kurs ist gesunken, muss er entweder warten, bis der Kurs steigt, oder hat zu einem niedrigeren Kurs verkauft.

Zu solchen Vorgängen gibt es auch ganz witzige Stories, wie „… hey, ich habe mir 2015 für nur 5 Bitcoins eine Pizza gekauft..“ und war stolz darauf für ein virtuelles Geld etwas bekommen zu haben, hat zum Zeitpunkt als der Kurs explodiert ist, große Augen machen müssen, denn er hat für seine Pizza zu diesem Zeitpunkt mal schlappe 75.000€ bezahlt … Nun, das konnte ja keiner vorher wissen.

Der Wert des virtuellen Geldes

Und das ist immer noch heute ein Problem. Der Kurs ist wieder gesunken und zwar im Frühling 2019, als etliche Miner (so nennt man die Leute die diese Coins erstellen) Ihre Coins verkauften. Der Kurs eines virtuellen Coins ist sehr dynamisch. Man spricht hier von volatil. Ich beschäftige mich nun schon sehr lange mit den Kursen, da ich auch selbst einige diese Coins besitze und auch selbst geschürft habe. Es gibt keinen Anhaltspunkt, eine Kursentwicklung vorherzusehen, denn es gibt keine nennenwerten wirtschaftlichen Entwicklungen oder Veränderungen, die den Kurs beeinflussen.

Lediglich Entwicklungen in möglichen Einschränkungen der Privatsphäre, oder Eingriffe von Regierungen in die Crypto-Welt durch Handels-Verbote, oder Schließungen von Online-Handels-Portalen haben Auswirkungen auf den Kurs. Auch staatliche Entwicklungen wie in Kolumbien, wo die normale FIAT-Währung durch die immens große Inflation nichts mehr Wert ist, führt zu Käufen von virtuellen Währungen, was schlussendlich Einfluss auf den Kurs hat. Nicht zuletzt haben auch sog. „Wale“ einen großen Einfluss auf den Kurs der Crypto-Währungen. Wale sind Personen/Organisationen, die den Mark mit FIAT-Währungen fluten und Unmengen an virtuellen Coins kaufen, um den Kurs zu manipulieren, um wenige Zeit später die gekauften Coins wieder zu FIAT-Währungen zu wechseln. Das bedeutet im Umkehrschluss, das große Kaufkraft auch den Kurs beeinflusst. Das ist im Aktien-Handel ähnlich – doch hier gibt es eine Aufsicht (BaFin), um einer zu hohen Volatilität entgegen zu wirken und auch „krumme Geschäfte“, oder Kartellhandel zu unterbinden.

Der Versuch der staatlichen Regulierung von virtuellem Geld

In der Crypto-Welt gibt es keine Aufsicht – Da gibt es auch keine Banken, die steuert „wo“ das Geld liegt. Es gibt auch niemanden, der an Transaktionen aufgrund einer staatlichen Regulatorik verdient – weil es keine Regulatorik gibt. An den Transaktionen selbst (also an der Arbeit) verdienen nur die Miner – also die die den tatsächlichen Aufwand haben, dass die Technologie funktioniert. 

Das dies so ist, ist für die Regierungen ein großes Problem, denn wenn Regierungen über die Finanzen keine Kontrolle mehr haben, dann ist das schlecht, denn dann gibt es auch keine Steuer. Für die Privatleute, die sich gerne Ihre Anonymität wahren möchten, ist das allerdings eine sehr gute Sache. Je nachdem, welchen Coin man vertraut, ist man unsichtbarfür Regierungen, Finanzämter oder sonst irgendwen. Einige Regierungen und auch Deutschland hat bereits Versuche unternommen, den Crypto-Handel zu regulieren – das ist ungefähr so, wie wenn man versucht das Internet zu regulieren. Außerdem haben sie den Versuch unternommen, staatlich geförderte Coins auf den Markt zu bringen, um diese zu regulieren und werben damit das die Coins „Sicherheit“ bringen in Ihrem Wert, weil sie sie unter die Aufsicht der entsprechenden Organisationen stellen. Ripple z.B. ist solch ein Coin. Das ist aber mächtig in die Hose gegangen, da der eigentliche Gedanke hinter der Währung die Anonymität ist – und das schließt jedwede Regulierung aus.

Vollkommene Anonymität

Sogenannte Privacy-Coins sind in der Sache ein Dorn im Auge der Regierungen. Dazu gehören Coins, wie Monero (XMR) oder zCash (ZEC). Diese Nachverfolgung dieser Coins, „wer hat gekauft“, „wo wurde gekauft“, „wer wurde bezahlt“… ist technisch unmöglich nachzuvollziehen. Das liegt an unterschiedlichen Funktionen, die hier abweichend benutzt werden, wie RingCT Funktionen (hiermit werden Beträge von Transaktionen verdeckt), oder Transaktionen an Gruppen, wo einzelne Mitglieder nicht in den Transaktionen genannt sind, usw…

Wenn Euch die genaue Funktionsweise des Monero (CryptoNight) Netzwerkes interessiert und wo der Unterschied zwischen dem Privacy-Coins wie diese zu einem anderen z.B. Bitcoin liegt, empfehle ich weiterführende Links (www.cryptolist.de/monero -> siehe auch Quellenverzeichnis am Ende des Artikels). Eine Ausführung der Technologie wurde hier vermutlich zu weit führen.

Also, der Eigenschaft dieser Anonymität unterstellt man auch, dass vorwiegend illegale Geschäft damit betrieben werden. Das ist natürlich vorstellbar, aber beweisen kann es keiner. Aufgrund ihrer Eigenschaften wird der Technologie nachgesagt, ganze Industrien und Branchen zu verändern oder sogar überflüssig machen zu können. Dieser disruptive Ansatz liegt in der Funktionsweise begründet. Blockchain soll es ermöglichen, einen grenzenlosen Austausch von Informationen, Werten und Gütern jeglicher Art zu gewährleisten, ohne dabei auf intermediäre Institutionen wie Konzerne, Banken oder Regierungen zurückgreifen zu müssen. Hierzu ersetzt die Technologie die Aufgabe dieser, nämlich Unsicherheiten zu minimieren und Vertrauen zu schaffen.

Zukunft der Blockchains und der virtuellen Währungen

Es handelt sich hier um eine, aus meiner Sicht, sehr zukunftsträchtige Technologie, die aufgrund Ihrer Eigenschaften völlig frei von Regulierung und staatlicher Kontrolle funktioniert. Ich glaube dennoch das gerade deswegen die Technologie blockiert wird. Auf Dauer wird das vermutlich nicht aufrecht erhalten werden können – insbesondere dann nicht, wenn durch Ankündigungen oder Diskussionen auf Regierungsebene, der Entfall des Bargeldes immer wieder diskutiert wird und die Menschen den Verlust von Eigenbestimmung verlieren.

Ich glaube das es tatsächlich eine Option sein kann – wenn es tatsächlich mal so kommt, das Bargeld verschwindet – das virtuelle Währungen mehr gepushed werden und tatsächlich irgendwann Einzug in die breite Masse findet.

Wenn das dann mal passiert, bin ich mir ziemlich sicher, werden die Kurse ein weiteres Mal explodieren. Der Kurs der Währungen hängt maßgeblich an der Verwendung der Coins.

Quellen:

(*) das ist eine erfundene Adresse
(**) https://www.cryptolist.de/monero
(***) https://www.cryptolist.de/was-ist-blockchain

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